3D-Simulation hilft, Laborprozesse vor der Automatisierung besser zu verstehen, Engpässe sichtbar zu machen und Entscheidungen fundierter vorzubereiten.

8. Juni 2026, 15:00

Wie Simulation die Automatisierung von Laborprozessen vorbereitet: Unser Rückblick auf das METALOGIE-Forum 2026

Am 20. und 21. Mai 2026 waren wir, das Ingenieurbüro für Prozesssimulation, beim METALOGIE-Forum 2026 dabei. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Automatisierung und Robotik im Labor, aber vor allem auch der offene Austausch über konkrete Herausforderungen aus der Praxis. Für uns war diese Verbindung aus fachlichem Input, persönlichen Gesprächen und anwendungsnahen Fragestellungen besonders wertvoll.

In unserem Vortrag „3D-Simulation zur Planung von Anlagen und Prozessen als Grundlage zur Automatisierung“ zeigte Sebastian Hemmann, wie sich Laborprozesse durch ein Materialfluss-Simulationsmodell mit FlexSim realitätsnah untersuchen lassen. Im Fokus stand dabei, Engpässe sichtbar zu machen, Durchlaufzeiten zu bewerten und Automatisierungslösungen fundiert vorzubereiten, bevor technische Maßnahmen umgesetzt werden.

Automatisierung beginnt mit Prozessverständnis

Ein zentraler Aspekt unseres Vortrags war, dass erfolgreiche Automatisierung nicht erst bei Robotern, Anlagen oder Schnittstellen beginnt, sondern bei einem klaren Verständnis des zugrunde liegenden Prozesses.

In Laborumgebungen greifen viele Abläufe ineinander. Von der manuellen Probennahme über Transport, Vorbereitung und Prüfung bis hin zur weiteren Verarbeitung der Ergebnisse entstehen zahlreiche Übergaben, Abhängigkeiten und mögliche Engpässe. Wird ein einzelner Prozessschritt automatisiert, verändert sich häufig nicht nur dieser Schritt, sondern der gesamte Ablauf.

Deshalb ist es wichtig, Automatisierung nicht isoliert zu betrachten. Entscheidend ist, wie sich eine Lösung in den Gesamtprozess einfügt.

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Unser Beitrag: Simulation als virtuelle Testumgebung

In unserem Vortrag haben wir anhand eines realitätsnahen Materialfluss-Simulationsmodells gezeigt, wie sich der Weg von der manuellen Probenahme bis zur automatisierten Laborprüfung virtuell abbilden lässt. Dabei wurde deutlich, wie Simulation helfen kann, Engpässe zu identifizieren, Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Prozesssicherheit zu erhöhen. Gleichzeitig kann ein Simulationsmodell als Testumgebung dienen, um neue Automatisierungslösungen vorab zu validieren und künftige Laborprozesse vorzubereiten.

Der größte Mehrwert: Simulation macht sichtbar, was im laufenden Betrieb oft nur schwer zu erkennen ist.

  • Wo entstehen Wartezeiten?

  • Welche Ressourcen sind kritisch?

  • Wie verändern sich die Durchlaufzeiten bei unterschiedlichen Varianten?

  • Welche Auswirkungen hat eine neue Anlage auf vor- und nachgelagerte Prozessschritte?

Solche Fragen lassen sich mit einem Simulationsmodell nicht nur diskutieren, sondern systematisch untersuchen.

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Vom Bauchgefühl zur belastbaren Entscheidungsgrundlage

Viele Projekte starten mit Erfahrung, Annahmen und ersten Ideen. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt. Gleichzeitig braucht es für Investitions- und Automatisierungsentscheidungen eine belastbare Grundlage.

Ein Simulationsmodell verbindet beides: das Wissen aus der Praxis und die Möglichkeit, verschiedene Szenarien objektiv zu vergleichen. Erfahrung wird dadurch nicht ersetzt. Sie wird sichtbar, überprüfbar und für alle Beteiligten besser nachvollziehbar.

Bei Automatisierungsprojekten ist entscheidend, dass eine Lösung nicht nur technisch funktioniert, sondern auch in den realen Prozess passt. Sie muss Durchlaufzeiten verbessern, Kapazitäten sinnvoll nutzen, Schnittstellen berücksichtigen und die Prozesssicherheit erhöhen.

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Wertvoller Austausch mit vielen Perspektiven

Neben unserem eigenen Vortrag war für uns der Austausch mit Fachleuten und Branchenexpertinnen und -experten wertvoll. Das METALOGIE-Forum 2026 brachte unterschiedliche Blickwinkel zusammen: Laborpraxis, Automatisierung, Robotik, Analytik, Arbeitssicherheit, Prozessgestaltung und Digitalisierung. Die offenen Gespräche über konkrete Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Arbeitsalltag waren bereichernd und von uns als sehr praxisnah und konstruktiv erlebt.

Sie haben gezeigt, dass Automatisierung nicht nur eine technische Aufgabe ist. Es geht auch um Organisation, Sicherheit, Akzeptanz, Wirtschaftlichkeit und die Frage, welche Lösung im konkreten Prozess wirklich sinnvoll ist.

Blogpost6.jpgFoto: Metalogie GmbH

Unser Fazit

METALOGIE-Forum 2026 hat aus unserer Sicht deutlich gemacht, dass Automatisierung mit Prozessverständnis beginnt. Wer automatisieren möchte, sollte Prozesse vorher verstehen.

Gleichzeitig zeigte sich im Austausch immer wieder, dass Prozessverständnis allein nicht ausreicht. Damit Simulation eine belastbare Entscheidungsgrundlage schaffen kann, braucht es auch qualitativ hochwertige Daten. Denn ein Simulationsmodell ist nur so aussagekräftig wie die Informationen, auf denen es basiert. Relevante Daten zu Zeiten, Mengen, Ressourcen, Prozessvarianten, Übergaben und Abhängigkeiten helfen dabei, Abläufe realitätsnah abzubilden und Annahmen überprüfbar zu machen.

Bei Automatisierungsprojekten ist diese Datengrundlage entscheidend. Sie zeigt, ob eine technische Lösung nicht nur isoliert funktioniert, sondern auch im Zusammenspiel mit dem Gesamtprozess sinnvoll ist.

So wird Simulation zu einem Werkzeug, das Erfahrung aus der Praxis, Prozessverständnis und belastbare Daten zusammenführt. Dadurch lassen sich Szenarien vergleichen, Auswirkungen von Veränderungen nachvollziehen und Entscheidungen besser absichern. Sie hilft, Abläufe sichtbar zu machen, Varianten zu vergleichen, Risiken frühzeitig zu erkennen und Entscheidungen fundierter zu treffen.

Wir bedanken uns bei der Metalogie GmbH für die Organisation, die Möglichkeit zum fachlichen Beitrag und die vielen offenen Gespräche während der Veranstaltung.

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